Hass

Im Hass kommt zum Ausdruck, dass die Gehassten dem Hassenden nicht gleichgültig sind. Im Gegensatz dazu drückt das "genervt sein" eine Gleichgültigkeit gegenüber dem Nervenden aus, etwas Entmenschlichendes. Schlechtes Wetter nervt, Hass auf schlechtes Wetter ist hingegen offensichtlich unsinnig. Wer von seinen Mitmenschen genervt ist, offenbart damit, dass sie ihm so gleichgültig sind, wie das Wetter (abgesehen davon, dass es eben nerven kann, wenn es drei Tage hintereinander regnet).

Dem Hass gegenüber steht die Liebe. Liebe stellt per se keine Bedingungen. Gut möglich, dass Hass nichts anderes ist, als eine Bedingungen stellende Liebe. Oder anders: Hass ist möglicherweise das, was übrig bleibt, wenn Liebe versucht Bedingungen zu stellen.


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